Kopieren die Chinesen ganz NÖ?

Viele interessante Eindrücke rund um Erneuerbare Energie nahm eine Chinesische Delegation mit, die von AGRAR PLUS (hier mit Geschäftsführer Ing. Josef Breinesberger) durch Niederösterreich begleitet wurde.

Erfolgsgeschichte von Biomasse Nahwärmeanlagen in NÖ schlägt Wellen bis China

In einer 2 tägigen Tour durch Niederösterreich wurden einer Delegation vom chinesischen Landwirtschaftsministerium erfolgreiche Praxisbeispiele von Biomasse Nahwärmeanlagen vorgeführt. NÖ weist immerhin an die 600 solcher Nahwärmeanlagen auf und punktet mit fachlichem know-how. Vertreter aus dem Zentrum für Energie und Umweltschutz des Chinesischen Landwirtschaftsministeriums zeigten sich höchst interessiert. Organisiert und durchgeführt wurde die Fachreise von AGRAR PLUS aus St. Pölten.

Die chinesischen Gäste unter der Führung von Präsident Cui und Ingenieur Tian, beide vom Zentrum für Energie und Umweltschutz, zeigten sich beeindruckt von den Aktivitäten in Niederösterreich. Erste Station war die Stroh – Fernwärmeanlage der Fernwärmegenossenschaft Stetteldorf. Franz Fischer von der FWG Stetteldorf erklärte die Abläufe der Strohernte, der Strohbringung und der Lagerung bis hin zum Kernstück der Anlage, dem Strohkessel inkl. automatischer Beschickung durch eine Krananlage.

Die örtliche Bioenergie NÖ Anlage in Hafnerbach wurde von Ing. Johannes Eichinger vorgestellt, einem der 5 regionalen Betreiber. Er stellte die Biomasseheizanlage und die zur Versorgung notwendige Hackgutproduktion vor. Vzbgm. Franz Sturmlechner, als Vertreter der Marktgemeinde Hafnerbach schilderte als Wärmekunde (Volksschule, Kindergarten, Gemeindeamt) die Erfahrungen der letzten Betriebsjahre, zusammengefasst die reibungslose Wärmeversorgung auf Basis regionaler Biomasse von örtlichen Landwirten.

Schließlich wurde auch der Waldlandhof nahe Zwettl samt den innovativen vermarktbaren Produkten besichtigt.

Von AGRAR PLUS bekamen die Besucher Hintergrundinformationen zur Bioenergie NÖ als landesweite Biomasse Nahwärme Errichtungs- und Betriebsgenossenschaft. Besonderen Wert legt man auf die regionalen Effekte, auf kurze Informations- und Stoffwege, sowie auf die Maximierung der Wertschöpfung vor Ort.

Am nächsten Tag wurde - vor der Weiterfahrt nach Polen - die kombinierte Biomasse/Solar- Fernwärmeanlage der FWG Obermarkersdorf unter der Führung von Obmann Werner Grolly besichtigt. Hier wurde unter anderem auf die Besonderheit der großflächigen thermischen Solaranlage eingegangen. Obmann Grolly schilderte als Mann der ersten Stunde die Entstehung und Beweggründe des Projektes. Bereits in Zeiten günstiger fossiler Energieträger wurde die Entscheidung getroffen, "Energie AUS der Region FÜR die Region" einzusetzen und somit unabhängig von fossilen Energielieferungen zu werden.

Das Interesse der chinesischen Delegation war sehr groß. Zahlreiche Detailfragen und viele Bildaufnahmen halfen den Experten aus dem chinesischen Landwirtschaftsministerium in der kurzen Zeit, um möglichst viele Information und Ideen ins Reich der Mitte mitzunehmen.

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